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KI-GRUNDLAGEN
Generative KI kann Texte formulieren, Bilder erzeugen, Sprache nachbilden, Musik komponieren oder Videos erstellen. Sie greift dabei nicht einfach auf eine fertige Sammlung passender Antworten zurück. Stattdessen erzeugt sie neue Inhalte auf Grundlage von Mustern, die sie während ihres Trainings gelernt hat.
Das Ergebnis entsteht schrittweise und basiert auf Wahrscheinlichkeiten. Deshalb kann generative KI sehr überzeugende Inhalte liefern, aber auch ungenaue, unpassende oder vollständig falsche Ergebnisse erzeugen. Generative KI umfasst Modelle, die Strukturen vorhandener Daten erlernen und daraus neue synthetische Inhalte wie Text, Bilder, Audio oder Video erzeugen.
Verfasst von Thomas Burkard
Veröffentlicht am 4. August 2026 · Lesezeit: ca. 7 Minuten
Generative KI ist eine Form Künstlicher Intelligenz, die neue Inhalte erzeugen kann. Dazu wird ein KI-Modell mit großen Mengen an Beispieldaten trainiert. Während dieses Trainings erkennt das Modell wiederkehrende Strukturen, Zusammenhänge und Wahrscheinlichkeiten.
Bei einer späteren Anfrage nutzt das Modell diese erlernten Muster, um eine passende Ausgabe zu erzeugen. Ein Sprachmodell berechnet beispielsweise, welche Wörter oder Wortbestandteile wahrscheinlich aufeinander folgen. Ein Bildmodell erzeugt dagegen schrittweise eine Bildstruktur, die zur eingegebenen Beschreibung passt.
Die KI versteht die Inhalte dabei nicht automatisch so wie ein Mensch. Sie verarbeitet mathematische Darstellungen und berechnet daraus eine wahrscheinliche Ausgabe.
Der Begriff „generativ“ bedeutet, dass ein System neue Inhalte erzeugen kann. Damit unterscheidet sich generative KI von Systemen, die vorhandene Daten lediglich einordnen, vergleichen oder klassifizieren.
Eine klassische Bilderkennung kann beispielsweise entscheiden, ob auf einem Foto wahrscheinlich eine Katze oder ein Hund zu sehen ist. Ein generatives Bildmodell kann dagegen ein neues Bild einer Katze erzeugen, das vorher in dieser Form nicht existiert hat. Generative Modelle lernen dafür die Struktur und charakteristischen Eigenschaften ihrer Trainingsdaten.
Mögliche Ergebnisse generativer KI sind unter anderem:
Damit generative KI Inhalte erzeugen kann, muss das zugrunde liegende Modell zunächst trainiert werden. Dabei verarbeitet es große Mengen an Beispieldaten und versucht, darin wiederkehrende Muster zu erkennen.
Ein Sprachmodell untersucht beispielsweise, welche Wörter, Formulierungen und Zusammenhänge häufig gemeinsam auftreten. Ein Bildmodell lernt Formen, Farben, Bildaufbau, Perspektiven und typische Beziehungen zwischen beschriebenen Begriffen und visuellen Merkmalen.
Während des Trainings werden die internen Modellparameter wiederholt angepasst. Das Ziel ist nicht, jedes Beispiel wie in einem Archiv abzuspeichern. Das Modell soll vielmehr lernen, welche Strukturen und Wahrscheinlichkeiten in den Daten vorkommen. Große vortrainierte Basismodelle können anschließend für viele unterschiedliche Aufgaben eingesetzt oder weiter angepasst werden.
Viele dieser Anwendungen werden bereits seit Jahren genutzt, ohne dass sie im Alltag immer ausdrücklich als Künstliche Intelligenz wahrgenommen werden.
Die Eingabe an ein generatives KI-System wird häufig als Prompt bezeichnet. Ein Prompt kann eine Frage, eine Anweisung, ein Beispiel, ein hochgeladenes Bild oder eine Kombination verschiedener Informationen enthalten.
Das Modell verarbeitet diese Eingabe und erzeugt darauf basierend eine Ausgabe. Je genauer Ziel, Kontext, gewünschtes Format und wichtige Bedingungen beschrieben sind, desto besser kann das Modell die gewünschte Richtung erkennen. Ein Prompt steuert das Verhalten des Modells, verändert aber nicht automatisch dessen grundlegendes Training.
Ein einfacher Prompt könnte lauten:
Erkläre den Unterschied zwischen einer Website und einer Landingpage in einfachen Worten.
Ein genauerer Prompt wäre:
Erkläre den Unterschied zwischen einer Website und einer Landingpage für angehende Selbstständige. Nutze einfache Sprache, ein praktisches Beispiel und maximal 200 Wörter.
Beide Eingaben behandeln dasselbe Thema. Die zweite Variante gibt dem Modell jedoch mehr Orientierung zu Zielgruppe, Umfang, Sprache und gewünschtem Aufbau.
Sprachmodelle verarbeiten Texte nicht als vollständige Gedanken, sondern zerlegen sie in kleinere Einheiten. Diese Einheiten werden häufig als Tokens bezeichnet. Ein Token kann einem Wort, einem Wortteil, einem Satzzeichen oder einer anderen Textkomponente entsprechen.
Anschließend berechnet das Modell schrittweise, welches Token wahrscheinlich als Nächstes folgen sollte. Nach jedem erzeugten Bestandteil wird erneut berechnet, welche Fortsetzung zum bisherigen Text und zur Eingabe passt. Moderne große Sprachmodelle basieren häufig auf der Transformer-Architektur und erzeugen Text autoregressiv, also auf Grundlage der zuvor erzeugten Bestandteile.
Dadurch kann ein Modell zusammenhängende Texte formulieren, Fragen beantworten, Inhalte umschreiben oder Strukturen erstellen. Es prüft dabei jedoch nicht automatisch, ob jede Aussage sachlich richtig, aktuell oder vollständig ist.
Stell dir vor, ein Satz beginnt mit:
Am Morgen öffnete sie die Tür und …
Das Modell berechnet nun verschiedene mögliche Fortsetzungen. Wörter wie „ging“, „sah“, „trat“ oder „bemerkte“ könnten abhängig vom bisherigen Kontext unterschiedlich wahrscheinlich sein.
Wird ein wahrscheinlicher Bestandteil ausgewählt, setzt das Modell den Vorgang mit dem erweiterten Satz fort. Auf diese Weise entsteht Wort für Wort beziehungsweise Token für Token ein vollständiger Text.
Das Modell ruft also nicht zwingend einen fertigen Satz aus einer Datenbank ab. Es erzeugt die Formulierung während der Ausgabe auf Basis gelernter Muster.
Bei der Bilderzeugung werden häufig sogenannte Diffusionsmodelle verwendet. Vereinfacht dargestellt beginnt der Erzeugungsprozess dabei mit einer stark verrauschten Bildfläche. Das Modell verändert diese Fläche schrittweise, bis daraus eine Bildstruktur entsteht, die zur eingegebenen Beschreibung passt.
Während des Trainings lernt das Modell, Bildrauschen rückwärts zu entfernen und dabei typische visuelle Strukturen wiederherzustellen. Bei der späteren Generierung wird dieser Prozess genutzt, um aus Rauschen ein neues Bild entstehen zu lassen. Diffusionsmodelle haben sich als leistungsfähige Methode für die Erzeugung hochwertiger Bilder etabliert.
Eine Eingabe wie:
Ein moderner Arbeitsplatz mit Laptop, dunklem Hintergrund und blauer Neonbeleuchtung
wird dafür in eine mathematische Darstellung übertragen. Das Bildmodell versucht anschließend, visuelle Merkmale zu erzeugen, die möglichst gut zu dieser Beschreibung passen.
Generative KI arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten und Auswahlverfahren. Deshalb muss bei identischen oder sehr ähnlichen Eingaben nicht immer exakt dasselbe Ergebnis entstehen.
Je nach Systemeinstellung kann das Modell eher wahrscheinliche und zurückhaltende Ergebnisse oder kreativere und weniger vorhersehbare Varianten erzeugen. Auch der bisherige Gesprächsverlauf, zusätzliche Dateien, Modellversionen und technische Einstellungen können das Ergebnis beeinflussen.
Diese Variabilität ist einerseits nützlich, weil mehrere Entwürfe und Ideen entstehen können. Andererseits bedeutet sie, dass wichtige Ergebnisse nicht ungeprüft übernommen werden sollten.
Ein generatives Modell ist darauf ausgerichtet, eine passende Ausgabe zu erzeugen. Es besitzt jedoch nicht automatisch eine verlässliche Datenbank mit ausschließlich geprüften Fakten.
Fehlen eindeutige Informationen, kann das Modell eine Antwort erzeugen, die sprachlich plausibel klingt, aber sachlich falsch ist. Das kann beispielsweise erfundene Quellen, falsche Zahlen, nicht vorhandene Funktionen oder unzutreffende Zusammenhänge betreffen.
Deshalb sollten insbesondere rechtliche, steuerliche, medizinische, finanzielle und sicherheitsrelevante Aussagen immer anhand vertrauenswürdiger Quellen oder durch geeignete Fachpersonen überprüft werden. NIST behandelt bei generativer KI unter anderem Risiken wie fehlerhafte Inhalte und weist auf die Notwendigkeit systematischer Risikosteuerung hin.
Generative KI kann Inhalte analysieren, zusammenfassen und sprachlich überzeugend erklären. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass sie Bedeutung, Absicht und Konsequenzen genauso versteht wie ein Mensch.
Das Modell verarbeitet mathematische Repräsentationen und gelernte Zusammenhänge. Es besitzt kein menschliches Erfahrungswissen, keine eigene Lebenssituation und keine persönliche Verantwortung für das Ergebnis.
Menschliche Kontrolle bleibt deshalb besonders dort notwendig, wo Kontext, Folgen, Aktualität oder fachliche Richtigkeit entscheidend sind.
Generative KI kann besonders hilfreich sein, wenn erste Entwürfe, Varianten oder Strukturen benötigt werden. Mögliche Einsatzgebiete sind:
Die Qualität hängt jedoch immer von der konkreten Aufgabe, dem verwendeten Modell, der Eingabe, den verfügbaren Informationen und der anschließenden Prüfung ab.
Technologie. Struktur. Zukunft.
Wir verbinden Design mit System.
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